Nachdem Titus von der Mongolei-Reise mit Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel zurück ist, diskutieren wir die Möglichkeiten. Die Mongolei hat viele Vorteile: Bergbau ist überall präsent und sehr positiv belegt. Das Potential ist gewaltig. Es gibt für nahezu alle Rohstoffe erkundete Vorkommen oder bekannte Lagerstätten. Viele wurden von DDR-Geologen erkundet. Die Verbundenheit der Mongolen mit Deutschland ist überall zu spüren. Es gibt viele deutschsprachige Mongolen, die in der DDR studiert haben. Die geologischen Erkenntnisse sind in der Regel sehr gut dokumentiert und zugänglich. Die gesetzliche Grundlage des Bergbaus inklusive Lizenzvergabe erscheint modern und transparent.
Auf der anderen Seite stehen die üblichen Nachteile, wenn man in entfernter gelegenen Weltgegenden tätig ist: kulturelle Unterschiede, Infrastrukturdefizite, schwierige Gewinnung von Management und Mitarbeitern. Allerdings hatten wir durch die Ministerreise einen bemerkenswerten Einstieg. Gespräche mit dem Rohstoffminister, dem Botschafter und vielen anderen wichtigen Multiplikatoren garantieren ein Netzwerk vor Ort, das man sich ansonsten sehr mühsam erarbeiten muß.
Wir werden verschiedene Mongolei-Projekte prüfen. Am spannendsten erscheint mir ein Einstieg in ein (Seifen-)Goldprojekt, das schnell produzieren kann. Mal sehen, ob das funktioniert. Investoren werden auch für Wolfram, Zinn, Seltene Erden, Öl, Gas, Flussspat etc. gesucht. Alles Rohstoffe, die die deutsche Industrie händeringend sucht. Vielleicht wird die Mongolei wirklich zum Traumland für uns.
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Über die Folgen für die Umwelt im Golf von Mexiko ist schon viel geschrieben worden. Auch über die Zukunft von BP gibt es viele Spekulationen. Die Veränderungen, die auf Ölindustrie zukommen, sind dagegen noch unklar. Sicher ist, daß Behörden in aller Welt die Anforderungen an neue Bohrungen verschärfen werden. Das gilt vor allem für Offshore-Bohrungen, in geringerem Umfang für onshore-Projekte. Gegen Offshore-Bohrungen regt sich an vielen Stellen Widerstand. Sowohl in der Nordsee als auch im Mittelmeer dürfte es in nächster Zeit schwierig sei, neue Bohrgenehmigungen zu erhalten. Mittelfristig heißt das: Ölbohrungen werden teurer und am anderen Ende der Kette auch der Ölpreis.
Die Internationale Energieagentur hat heute ihre Schätzungen für die weltweite Nachfrage nach Erdöl 2010 (86,6 Mio Barrel/Tag) und 2011 (87,9 Mio. Barrel/Tag) nach oben korrigiert. Gleichzeitig geht sie davon aus, daß die Produktion im Golf von Mexiko sinken wird, dieses Jahr um 60.000 Barrel pro Tag und nächstes Jahr um 100.000 Barrel. Woher soll das ganze Öl dann kommen? Die Produktion in Saudi-Arabien nimmt ab, Offshore-Projekte werden teurer und dauern länger. Kein Wunder, daß immer mehr Investoren auf die Idee kommen, nach Projekten in Ländern wie Deutschland zu schauen, die eigentlich als gut erkundet galten. Nicht nur daß der Ölpreis viel höher steht als vor 25 Jahren. Es gibt auch neue Technologie, die hier bislang kaum eingesetzt wurde. Wohl dem, der sich rechtzeitig Projekte gesichert hat. Unsere Rhein Petroleum ist einer der größten Lizenzinhaber in Süddeutschland mit großem Potential für Wiedererschließungen wie auch Neuentdeckungen. Wenn wieder mehr Geld in kleinere und mittlere Projekte mit geringem Risiko fließt, hat die BP-Katastrophe wenigstens etwas Gutes gehabt.
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Unsere Projekte laufen auf Hochtouren. Von Sommerloch keine Spur. Titus Gebel ist aus Australien zurück. In Georgetown läuft die Instandsetzung der Aufbereitungsanlage nach Plan. Die Bohrungen in Red Dam sind fast abgeschlossen. Das Bohrgerät wird nochmal nach Electric Light gebracht, um ein paar weitere Bohrungen dort abzuteufen. Ergebnisse werden wir wohl erst im September bekommen. Einige neue Bilder von der Instandsetzung und den Bohrungen gibt es auch.
Auch in Kanada ist unser Team inzwischen mit Hochdruck dabei, das Bohrprogramm vorzubereiten. Die Vertragsunterzeichnung mit Glencore war ein wesentlicher Meilenstein, jetzt kann es endlich losgehen. Tom ist gerade aus Wrigley zurück, um mit der “Band” (den Vertretern der lokalen First Nations) einige Details zu besprechen und auch schon für die nächsten Jahre Vereinbarungen vorzubereiten. Die Bohrfirma ist beauftragt und wird sich in Kürze in Richtung Wrigley aufmachen. Spätestens Mitte August wird es losgehen. Für Ende des Monats haben sich einige “VIPs” angekündigt. Unser Projekt findet inzwischen auch in der Politik Interesse, da es die einzige Chance darstellt, in diesem Teil der NWT für Aktivität und Beschäftigung zu sorgen.
Auch unsere Rhein Petroleum ist nicht untätig. Die Rheintallizenzen sind durch den Speyer-Fund stark aufgewertet worden. Mal sehen, was wir daraus machen können.
Last but not least: In Kiefernberg (Sachsen) werden wir im September drei Baggerschürfe durchführen, um Probenmaterial zu gewinnen. Endlich mal eine konkrete Aktivität in Sachsen. Die Medien wird es freuen. Von wegen Sommerloch.
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Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie fürchtet, daß die Chinesen zu den neuen Rohstoffherren der Welt werden und eines Tages darüber entscheiden, wer wo auf der Welt welche Güter produzieren darf. Als konkrete Beispiele führt er Aluminium, Kupfer und Kobalt an.
Es ist erfreulich, daß die deutsche Industrie langsam erkennt, daß sich die Rohstoffmärkte dramatisch geändert haben. Vorbei die Zeiten, in denen 20% der Weltbevölkerung 80% der Rohstoffe verbraucht haben und der Meinung waren, das sei normal. Chinesen, Inder und andere wollen ihren Anteil am Kuchen. Nur: alleine Chinesen und Inder stellen die Hälfte der Weltbevölkerung. Wenn dort der Wohlstand weiter wächst, wird der Rohstoffverbrauch in historisch einmaligem Maße wachsen. Wie hat es der CEO von BHP so schön formuliert: Wenn Indien und China mit den gleichen Raten wie in den vergangenen Jahren weiterwachsen, müssen wir in den nächsten 25 Jahren genausoviel Metalle aus dem Boden holen, wie in der ganzen Menschheitsgeschichte davor.
Vor dem Hintergrund dieser Herausforderung wirken die Forderungen des BDI doch eher hilflos: Die Politik soll für freien Zugang zu den Rohstoffmärkten sorgen und verhindern, daß sich die Chinesen zu den neuen Rohstoffherren aufschwingen. Nun denn, hoffen wir, daß sich die Chinesen von entsprechenden Forderungen unseres wackeren Wirtschaftsministers beeindrucken lassen. Falls nicht, sollte die deutsche (oder europäische) Industrie sich vielleicht doch direkt um die Sicherung von Rohstoffquellen kümmern. Dafür bleibt aber nicht mehr ewig Zeit. Die neuen Herren warten nicht.
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Wieder einmal ein Beitrag zum Thema Seltene Erden in der heutigen Ausgabe der FAZ. Bringt gut die chinesische Strategie auf den Punkt. Nur, was tun? Förderung ausserhalb Chinas aufbauen? Nicht so einfach. Es gibt aus unserer Sicht höchstens eine Handvoll Projekte, die das Zeug haben, wirklich in Produktion zu gehen. An einem, Arafura, haben sich Chinesen schon beteiligt. Bei Lynas hat das die australische Regierung zwar vorerst verhindert. Aber ob das so bleibt? Die Chinesen können unliebsame Konkurrenz jederzeit mit Dumpingpreisen unter Druck setzen (und das werden sie auch tun). Das Thema bleibt heiß. Allein schon deshalb halten wir an unserer Lizenz Delitzsch in Sachsen fest. Eine echte strategische Reserve mitten in Deutschland.
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In Politikerreden hört man den Satz ständig: “Deutschland ist ein rohstoffarmes Land, deshalb müssen wir…” dieses oder jenes tun oder lassen. Aber stimmt das überhaupt? Ist Deutschland rohstoffarm? Die Antwort lautet: nein, es stimmt nicht. Deutschland produziert sehr viele Rohstoffe im Inland. Die Rohstoffwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftszweig. Beispiele gefällig? Hier sind sie: Die Unternehmen der Rohstoffwirtschaft produzierten 2007 251 Millionen Tonnen Kies und Bausande, 215 Millionen Tonnen Natursteine, 175 Millionen Tonnen Braunkohle, 17 Millionen Tonnen Steinkohle, 15,6 Millionen Tonnen Steinsalze, 15,5 Milliarden m3 Erdgas, 21 Millionen Barrel Erdöl und so weiter. Bei Braunkohle und Salzen sind wir der größte Produzent weltweit und verfügen über gewaltige Reserven. Knapp 20% unseres Verbrauchs an Erdgas fördern wir aus heimischen Quellen. Die Rohstoffwirtschaft inklusive der direkten Verarbeitungsstufe nach der Förderung beschäftigt 1,2 Mio Menschen. Rohstoffarmes Deutschland?
Richtig ist natürlich, daß Deutschland keine Metallminen mehr hat. Die letzten im Harz und im Erzgebirge (Rammelsberg, Bad Grund, Ehrenfriedersdorf, Altenberg) wurden um 1990 geschlossen. Ramsbeck im Sauerland schon in den 1980´er Jahren, trotz noch guter Reserven. Und Goldgräber sind bei uns noch nie so richtig auf ihre Kosten gekommen. Gleichwohl bleibt festzuhalten: Deutschland war jahrtausendelang auch ein “klassisches” Metallbergbauland. Diese Tradition ist vor 20 Jahren abgerissen. Das ist aber in der Bergbaugeschichte nichts Neues. Es gab schon immer aktive Phasen und dazwischen lange Jahre, in denen der Bergbau in Vergessenheit geriet. Wieder angekurbelt wird er im wesentlichen durch drei Faktoren: Steigende Preise, neue Technologie und neue Anwendungen. Alle Faktoren sind seit einigen Jahren wieder gegeben. Die Preise steigen in neue Höhen, die Bergbautechnologie hat zu höherer Effektivität, billigerem Abbau und bessere Aufbereitbarkeit von Erzen geführt und neue Anwendungen gibt es massenweise. Nicht umsonst redet alle Welt von Seltenen Erden, Indium oder Germanium. Solche Metalle waren vor 20 Jahren noch unbekannt. Heute finden sie sich in Laptops, I-phones, Scheinwerfern und vielen anderen Produkten, die unser Leben bereichern. Insofern ist es kein Wunder oder Spinnerei, wenn Unternehmen wieder Metallbergbau in Deutschland betreiben wollen. Die Zeit ist einfach reif dafür.
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Aus Australien haben uns diese Woche mehrere gut Nachrichten erreicht. Die Regierung hat die “Mining Super Tax” gekippt, die Investoren verunsichert hat. Unser Goldprojekt hat auch mit der neuen Variante dieser Steuer nichts mehr zu tun, da sie nur für Kohle und Eisenerz gilt. Prima! Sehr erfreulich auch: die Behörde in Cairns hat unseren Betriebsplan gebilligt. Damit verfügen wir über alle notwendigen Genehmigungen! Und noch besser: die Instandsetzung der Aufbereitungsanlage hat pünktlich am 1. Juli begonnen. Die Exploration in Red Dam läuft wie geplant. Unser Team in Georgetown leistet wirklich gute Arbeit.
Das Team in Kanada bereitet sich auf die Explorationskampagne in Wrigley vor. Spätestens Ende Juli sollen die ersten Löcher gebohrt werden. Ron hat sein Team dafür zusammen. Tom Gerke ist gerade in Yellowknife, der Hauptstadt der North-West Territories, um mit den staatlichen Stellen den weiteren Projektverlauf zu besprechen.
Jörg Reichert hat einen weiteren Film auf youtube freigeschaltet. Er zeigt das Kiefernberg Nickel/Kobalt Projekt. Wieder sehr informativ! Erstaunlich auch, wieviele Leute sich den Film schon angesehen haben. Im September planen wir Großschürfe, um weiteres Material für Aufbereitungsversuche zu gewinnen. Der Betriebsplan sollte schon bald genehmigt sein.
Es wird ein ereignisreicher Sommer. Wir freuen uns darauf und sind sehr gespannt.
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Die Analysten von Credit Suisse sehen die Korrektur der Rohstoffpreise als abgeschlossen an. In ihrem neuesten Monatsbericht (1.7.2010) gehen sie davon aus, daß der Ölpreis in den nächsten Monaten über 80 US-$ steigt, Gold nach wie vor von extrem niedrigen Zinsen profitiert (Kursbandbreite 1.200 – 1.300 US-$ erwartet) und bei Industriemetallen die Bodenbildung abgeschlossen ist. Für das 2. Halbjahr sehen sie deutliches Aufwärtspotential bei Kupfer, Nickel und Zink.
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Wir starten heute einen Blog zum Thema Rohstoffe. Gibt es davon nicht schon genug? Wir meinen nein, jedenfalls nicht von guter Qualität. Wir wollen weder Rohstoffaktien pushen noch wissenschaftliche Erkenntnisse verbreiten. Wir wollen unseren Lesern ausgewählte Neuigkeiten aus der Rohstoffwelt bieten. Durch unsere Brille. Wir sind ein deutsches Unternehmen, deshalb werden unsere Beiträge einen Bezug zu Deutschland haben.
Wir werden über Rohstoffvorhaben in Deutschland berichten und über deutsche Rohstoffpolitik. Trotzdem schauen wir natürlich über den Tellerrand hinaus. Wir werden unsere Geologen und Bergbauingenieure aus Kanada und Australien zu Wort kommen lassen. Wir werden die Entwicklung der Rohstoffmärkte weltweit kommentieren und die Rohstoffpreise beobachten. Wir werden auf Beiträge an anderer Stelle verweisen.
Und das Wichtigste: wir wollen unterhaltsame Beiträge liefern und von unseren Lesern lernen. Diskutieren Sie mit uns!
Ihr Thomas Gutschlag
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